Volle Warenkörbe im Onlineshop = leere Läden in der Stadt?

Welche Auswirkungen hat die neue Online-Welt auf unsere Städte?

Die rasante Entwicklung des Online-Handels geht von Jahr zu Jahr mehr auf Kosten der gewachsenen Einzelhandelsstandorte, auch in Bremen. Die drei Bremer BID-Aufgabenträger Sögestraße, Ansgari Quartier und Viertel haben zu diesem Thema am 10. September 2013 eine Informations- und Diskussionsveranstaltung durchgeführt.

Demzufolge sehen die beteiligten Experten einen Zuwachs im Online-Handel von derzeit rund 7 Prozent auf rund 20 Prozent voraus. Betroffen sind alle Einzelhandelsbranchen, vom Buchhandel, der heute bereits sehr deutlich die Online-Konkurrenz „im Nacken“ spürt, bis zum Lebensmittelhandel. Dabei hat der mittelständische Handel besonders große Herausforderungen zu überwinden, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten.

Angesichts der Größe der Herausforderung, so der Tenor der Veranstaltung, sind alle Kräfte, die an der Entwicklung von Handelsstandorten mitwirken, gefragt, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Der Handel selbst wird seine Kunden sowohl „Online“ als auch „Offline“ ansprechen müssen – einzeln oder im Verbund mit anderen. Multichannel-Strategien lautet das Zauberwort, mit dem Marktanteile gehalten und zurückgewonnen werden sollen. Dabei kann gerade der traditionelle Fachhandel mit einem besonderen Warenerlebnis, Beratung und Services gegenüber dem Internet punkten.

Eigentümer von Einzelhandelsimmobilien sind aufgefordert, ihr Objekt und den Standort realistisch einzuschätzen, u.a. mit flexiblen Mietverträgen und Flächenangeboten. So hat der einzelne Händler die Möglichkeit, sich den schnelllebigen Markttrends anzupassen. Für beide, den Einzelhändler wie seinen Vermieter, ist es von enormer Wichtigkeit, dass das jeweilige Ladenumfeld Flair und Lust am Stadtbummel verbreitet.

Hier sind Standortgemeinschaften, wie die Business Improvement Districts (BID), ein Schlüssel zur Sicherung der Lagequalitäten. Sie sind gefordert, das gewisse Mehr an Ambiente zu gewährleisten und mit innovativen Ideen und Veranstaltungen Kunden zu locken. Dafür müssen sie jedoch professionell ausgestattet und aufgestellt sein. Die Stadtpolitik muss schließlich für alle diese Privatakteure die Rahmenbedingungen richtig setzen, indem sie die Handelsentwicklung in den planerischen Konzepten auf die Zentren Bremens konzentriert. Das faktische Handeln ist dann natürlich auch entsprechend dieser Konzeption umzusetzen.

Präsentation Jens Brechmann, 42DIGITAL: Regionale Portale, wie können Werbegemeinschaften online reagieren?

Präsentation Prof. Dr. Christoph Lattemann, Jacobs University Bremen: Marktentwicklung - eine Prognose über die Auswirkungen des Onlinehandels auf den stationären Handel

Präsentation Martin Kremming, CIMA: Alle sind Online: Auch die Innenstädte und der innerstädtische Einzelhandel? Auswirkungen des Onlinehandels auf die Stadtentwicklung

Präsentation Jens Lütjen, Robert C. Spies: Auswirkungen des Onlinehandels auf den Immobilienmarkt

Präsentation Frank Heinze, Strategieberatung Heinze & Partner: Fazit zur zukünftigen Rolle des Onlinehandels