200 Jahre Bremer Stadtmusikanten Märchen - weitererzählt...

Lesen Sie die Gewinner-Geschichten zu unserer Schaufensteraktion in der Bremer City "weitererzählt"!

Zum 200. Jubiläum des Märchens der Bremer Stadtmusikanten hat die CityInitiative die Bremer City mit Anliegern am Wall und weiteren Geschäften der Bremer Innenstadt in eine Märchenstraße verwandelt.

Für einige Wochen waren 19 verschiedene Motive der Bremer Stadtmusikanten in den teilnehmenden Geschäften zu sehen. 13 GeschichtenschreiberInnen sind dem Aufruf der CityInitiative unter dem Stichwort „weitererzählt“ gefolgt und haben das Ende des Märchens der Bremer Stadtmusikanten anhand eines der Motive neu geschrieben. Es wurden 13 tolle und spannende Geschichten, teilweise in Gedichtform, eingereicht.

Es gab verschiedene Motive mit den Stadtmusikanten - mal ein Tier allein, mal alle zusammen. Am beliebtesten war das Motiv Nr. 11 – auf dem alle vier Stadtmusikanten als Bauarbeitertruppe zu sehen sind. Der älteste Teilnehmer ist 95 Jahre alt und hat das Märchen der Stadtmusikanten als Gedicht fortgeschrieben. Die eingereichten Erzählungen nehmen auch aktuelle Bremer Themen auf wie zum Beispiel bezahlbarer Wohnraum, Fachkräftemangel und Seniorenbetreuung.

Unter allen eingereichten Märchen wurden durch eine Jury – bestehend aus  Frau Rempe, Buchhandlung Storm, Herr Reinfelder, Anlieger Wall und Geschäftsinhaber Windsor und Simeon Buß, bekannt aus der Bremer Poetry Slammer Szene - die besten Geschichten ausgewählt. Mit ihren Geschichten überzeugen konnten: Sylvia Eidner, Doris Volling und Peter Heidmann. Die Gewinner erhalten tolle Sachpreise und Gutscheine der teilnehmenden Geschäfte.

…und ab hier sollte die Geschichte weitererzählt werden:

„Da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach: "Ach, in dem Haus sitzt eine greuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt. Und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen. Und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetüm, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen. Und oben auf dem Dache, da sitzt der Richter, der rief: 'Bringt mir den Schelm her!' Da machte ich, dass ich fortkam." Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel's aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten.“

Quelle: grimmstories.com

Hier die Gewinner-Geschichten:

Doris Volling:

Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel`s aber so wohl darin, dass sie nicht wieder herauswollten..

Der Hund läuft durch das Haus, oh wau,
„das ist doch ein maroder Bau“
Es ruft der Esel: I und A
der Esel schaut, das ist doch klar
und auch die Katze maunzt mie Au
das ist ein richtig großer Bau
der Hahn vom First ruft: Kikeriki
gesagt, getan, wisst ihr denn wie
man das hier alles renoviert?
Gemach, Gemach wir sind zu viert
doch da von Fern ruft eine Kuh
ich such ein Wohnprojekt muh,muh
da meckert schon ein kleines Zicklein:
WG mit Spielplatz wäre fein.
Da spitzt die Löffel dort ein Hase,
das sag ich gleich der Mausebase.
Alle versammeln sich am Bau,
die Tiere sind doch wirklich schlau.
Gemeinsam geht`s mit Plan und Spaten
als erstes in den großen Garten.
Gesagt, getan, wir wissen wie
hinzukommt manches Federvieh.
Die Helme auf ist Vorschrift hier,
das weiß doch jedes kluge Tier.
Wir woll`n ein großes Haus errichten
in Bremen geht sowas mitnichten
hier auf dem Land lebt sich’s gemeinsam
dort in der Stadt ist man recht einsam.
Aus vier mach vierzig durcheinander,
sie leben freundlich miteinander.
Die Räuber sind in Bremen nun
Da haben sie sehr viel zu tun. 

Sylvia Eydner: Die Bremer Stadtmusikanten - Unsterbliche Idee

So verbrachten sie viele Tage, Wochen und Monate mit Müßiggang, aßen und tranken im Übermaß. Sie gaben die Goldstücke, die sie in einer Kiste im Keller gefunden hatten, mit vollen Händen aus. Abends schauten sie regelmäßig 'buten un binnen' und waren fasziniert von der Stadt, die vor ihren Toren lag. Nach den Monaten des Faulenzens, Essens, Trinkens und Fernsehens, in denen sie reichlich an Umfang zugenommen hatten, zog allmählich Langeweile in ihr Haus ein. Als erster sprach der Hahn eines Abends: "Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber mir reicht es mit dem Nichtstun". Der schüchterne Esel griff das erleichtert auf und sagte: "Ich dachte, nur mir erginge es so. Oft liege ich nachts wach und frage mich, ob das alles gewesen ist". Der Hund, der gefräßigste von allen, stimmte zu, gab aber zu bedenken, dass sie nie wieder so ein gemütliches Leben haben würden. Die Katze, die wendigste unter ihnen, machte einen Vorschlag, der alle zusammenfahren ließ. "Ich habe eine Idee. Was haltet ihr davon: Bremen ist nicht weit. Und wie wir aus buten un binnen erfahren haben, herrscht dort große Wohnungsnot. Die Armen können sich keine Wohnungen mehr leisten. Lasst uns doch in Bremen Leute suchen, mit denen wir zusammen leben wollen. Wir könnten unser Räuberhaus so umbauen, dass wir Platz für 30 Menschen bieten könnten". Der sonst so schweigsame Esel schien wie elektrisiert. "Und dann gehören wir alle zusammen und sorgen füreinander, stimmt’s?" "Genau", ließ sich der Hahn vernehmen, "dann wird unser Leben vielleicht wieder sinnvoller. Und ein paar Küken wären doch auch ganz nett", wobei er schelmisch die anderen ansah. So redeten sie die ganze Nacht bis zum frühen Morgen. Der Plan, gemeinsamen Wohnraum für sich und andere zu schaffen, war geboren. Der Hund, dem ältesten und gebrechlichsten der vier, gefiel dieses Wohnprojekt. "Dann gibt es vielleicht auch einige außer euch, die mir helfen, wenn ich nicht mehr kann". Als die Sonne aufging, waren sie berauscht von ihrer Vorfreude. Bald schon malten sie Plakate. Der etwas behäbige Hund hielt, auf seinen Rollator gestützt, sein Plakat hoch: Gemeinsam jung und alt, so leben wir dann bald. Der Esel mit seiner Schaufel hatte vorne und hinten an seinem Bauch auf dem Plakat stehen: Erschwinglich in jedem Falle, Lebensraum für alle. Die Katze zeigte symbolisch ihre Wasserwaage. Auf ihrem Plakat stand: Wohnen ist ein Lebensrecht, günstig wohnen ist gerecht. Und die muntere Katze plädierte für: Gemeinsam wohnen, wird sich lohnen.

Und weil sie nicht gestorben ist, lebt die Idee noch heute!

Peter Heidmann

Der Esel geht als Erster. Ihm wird es in dem Räuberhaus zu eng. Er packt ssich Wegzehrung in den Hafersack, nimmt sich seinen Anteil der in einem Versteck gefundenen Münzen, verabschiedet sich von den Kameraden und läuft auf dem Hauptweg Richtung Bremen.

Der Graue überlegt während seiner Wanderung, was er in der fremden Stadt denn wohl anfangen könnte, und weil er Erfahrung mit kriminellen Elementen gemacht hat, beschließt ers ischt als Detektiv selbstständig zu machen. Es gelingt ihm, am Wallgraben innerstädtisch 2 Zimmer anzumieten, wobei er die Eingangstür mit einem Holzschild schmückt, auf dem man lesen konnte: Dekt-Ih-Ah "Eselei"

Katze und Hahn sind eine Woche darauf auch unzufrieden mit der Situation, weil doch die Langeweile ihren Alltag prägt. Sie kommen überein, es gemeinsam in der Stadt zu versuchen, wünschem dem Hund alles Gute und marschieren los, allerdings querfeldein wegen der Abwechslung. Im Königsmoor hören sie Hilferufe und eilen hinzu. Ein Mann ist mit seinem Karren vom rechten Weg abgekommen, steckt fest und droht zu versinken. Die Handelsstraße ist nicht weit und unsere beiden Helden schaffen es rechtzeitig, mehrere Reisende zum Helfen zu motivieren, so dass der Mann und seine habe gerettet wird. Er ist der Besitzer eines Ritterguts in Osterholz und als Dank beschäftigt er Katze und Hahn auf seinem Hof bei freier Kost und Logis.

Der Hund bleibt im Wald und bein einem seiner Ausflüge entdeckt er spezielle Beeren, die es nur dort gibt, und zwar in Hülle und Fülle. Es gelingt ihm, aus den Beeren einen Schnaps herzustellen, dessen Qualität sich bald herumspricht. Er nennt das köstliche Getränk "Hounddog" und kann sich nicht dagegen wehren, dass das Räuberhaus nach und nach zum überregional geschätzten Ausflugslokal wird. Er muss deshalb Personal einstellen und immer mehr Waren aus der Stadt beziehen, und so trifft er seine ehemaligen Kameraden wieder.

Als sich einmal alle 4 auf dem Gutshof begegnen, weil sie zur selben Zeit dort zu tun haben, gedenken sie der alten Zeiten und vereinbaren, sich einmal im Monat in der "Bremer Waldschänke" zum gemeinsamen Musizieren zu treffen.

Das hörte sich nicht immer schön an, war aber bald Kult, und mit 2-5 Hounddogs durchaus zu ertragen.

 

Diese Geschäfte haben mitgemacht:

Weßel Schwangerschaftsmode, Am Wall 183

Ligne Roset, Am Wall 168

Leder Dittfeld, Sögestraße 30

Rabe am Wall, Am Wall 153-156

Harms am Wall, Am Wall 181

Swapfiets Bremen, Am Wall 162-164

Windsor, Am Wall 147

Timberty Holzmöbel, Am Wall 192

schnitträume, Am Wall 164

Reisetreff, Am Wall 137-139

Buchhandlung Storm, Langenstraße 11

Beschlaghaus am Wall, Am Wall 153-156

Schuhhaus Meineke, Sögestraße 56

Küchen Quelle, Am Wall 143

Peek & Cloppenburg *, Obernstraße 2-12

swb Kundencenter, Sögestraße 59

Modehaus Ristedt, Ansgaritorstraße 22

B.5 – alles zum sehen, Bischofsnadel 5

Herm. Stiesing KG, Sögestraße 35

 

* Es gibt zwei unabhängige Unternehmen Peek&Cloppenburg mit ihren Hauptsitzen in Düsseldorf und Hamburg. Das hier vorgestellte Geschäft gehört zur Peek&Cloppenburg KG, Hamburg.