Baustelle Herdentorsteinweg

20 Händler und Anlieger aus der gesamten Bremer Innenstadt machten direkt auf der Baustelle sehr eindeutig klar, so geht es nicht!

Die Baustelle im Herdentorsteinweg erregt die Gemüter. Verletzte Mitarbeiter und verschreckte Kunden im Bereich Herdentor und Wallboulevard. 20 Händler und Anlieger aus der gesamten Bremer Innenstadt machten am Donnerstag, 6. September 2018, direkt auf der Baustelle sehr eindeutig klar, so geht es nicht! Das Verkehrsressort hat eine Verkehrsbaumaßnahme politisch motiviert vorgezogen und damit mitten in die wichtige Herbst- und Adventzeit im Handel.  Auf einer koordinierenden Sitzung Anfang des Jahres wurde der Innenstadtwirtschaft noch vom Verkehrsressort versichert, kein Umbau des Herdentorsteinweges in diesem Jahr! Gerade vor dem Hintergrund der vorgesehenen Abrissarbeiten der früheren „Harms“-Immobilie schien diese Aussage sehr nachvollziehbar.

Aus Sicht der CityInitiative wäre es sinnvoll gewesen, zuerst die Zukunft des Parkhauses Mitte zu klären. In welcher Dimension greift das geplante Zech-Projekt in die Innenstadtstruktur ein? Die alternativen Standorte für möglichen Ersatzparkraum für das Parkhaus Mitte sind bisher nicht bestimmt. Erst wenn die Ersatzparkflächen bekannt sind, kann man doch sinnvoll die Verkehrsinfrastruktur entsprechend anpassen.

Aktuell und bis in den November 2018  wird durch die Baustelle Herdentorsteinweg eine sehr wichtige Achse in die Innenstadt umgebaut und damit blockiert, ohne dass die späteren Funktionen der verschiedenen Straßen der Innenstadt für die Lieferverkehr oder die Zufahrten für die Parkhäuser geklärt sind. „Für den Handel ist die Baustelle am Herdentorsteinweg sehr belastend. Es ist bedauerlich, dass die Politik keinen Weg gefunden hat, die Baustelle auf einen sinnvolleren Termin zulegen“ so Stefan Brockmann vom Möbelgeschäft BoConcept und Einzelhandelsausschussvorsitzender.

„Die Baustelle ist aus unserer Sicht auch in der Baustellenabwicklung verbesserungswürdig.“ Sagt Stefan Storch vom Geschäft Rabe am Wall und gleichzeitig einer der beiden Sprecher der Wall Werbe GbR. Aktuell erlaubt z.B. ein Schild das Radfahren unter dem Walldach, täglich sind gefährliche Situationen zu beobachten, wenn Kunden aus den Geschäften auf den Wallboulevard treten. Muss erst ein Fußgänger zu Schaden kommen, bevor eine tragfähige Lösung entwickelt wird? Radfahrer wissen nicht mehr, wie sie von der Innenstadt in Richtung Schwachhausen/Bahnhof fahren sollen?

 

Die Verkehrslage wird für die PKW-Nutzer aus dem Nordosten der Stadt viel zu spät angekündigt, täglich bilden sich Stausituationen im Herdentorsteinweg, auf dem Bahnhofsplatz und bis in den Gustav-Detjen-Tunnel. Der ÖPNV leidet extrem, die Busse werden umständlich umgeleitet und die Bahnen blockieren den Beginn der Sögestraße.

Aktuell erlaubt z.B. ein Schild das Radfahren unter dem Walldach. Fußgängerzone und Fahrradverkehr auf engstem Raum. Es ist also nicht verwunderlich, dass unter dem Walldach schon Fußgänger zu Schaden gekommen sind. Herr Reinfelder, Modegeschäft Windsor: „Es sollte schnellstens Abhilfe geleistet werden“, eine Kundin sei beim Austreten seines Geschäftes von einem Fahrradfahrer angefahren wurden. Herr Holger Schmidt vom Restaurant „Medio“ muss sogar durch die Baustelle einen Krankheitsfall bei seinem Personal verkraften. Eine Mitarbeiterin wurde von einem rücksichtslosen Fahrradfahrer angefahren und anschließend noch beschimpft.

Der Wall ist ohnehin in den letzten Jahren massiv vernachlässigt wurden. Herr Storch, Vorstand aus der Wall Werbe GbR: „Die Politik hat die Straße hängen lassen“. Mit dem Brand des Modehauses Harms im Jahr 2015 und dem Abriss des Hauses im April dieses Jahres musste der Wall in den letzten Jahren schon wirtschaftliche Einbuße erleiden. Mit dem Start der Baumaßnahmen im Herdentorsteinweg wird die Problematik nur weiterhin verstärkt.

Herr Orb der Innenstadtbeauftragte der Handelskammer Bremen: „Die Innenstadt braucht positive Signale und nicht unabgestimmte Verkehrseinschränkungen – z.B. Baustelle am Breitenweg und Baumaßnahme Herdentor gleichzeitig. Schon jetzt gehen die Einstellzahlen in den Altstadtparkhäusern zurück, wie die Zahlen der Verkehrsleitzentrale zeigen. Ein Kundenverlust von 10% musste mit Beginn der Baustelle verbucht werden.“

Nicht nur der Handel ist von dieser Baustelle betroffen. Auch die Tourismusbranche spürt die Veränderung. Herr Detlev Pauls vom Hotel Munte und DEHOGA-Vorsitzender in Bremen machte deutlich, „die Touristen nehmen sehr genau wahr, ob eine Willkommensatmosphäre in einer Stadt herrscht. Wenn Bremen die ehrgeizigen Tourismusziele erreichen will, ist eine gute Erreichbarkeit der Stadt und in der Stadt eine wesentliche Voraussetzung.

Kurzübersicht über nachfolgende Abläufe:

27. August - 24. September
Vollsperrung des Herdentorsteinwegs stadtauswärts in Richtung Hauptbahnhof, PKW-Umleitung über Schüsselkorb, Sögestraße, rechts Am Wall in Richtung Polizeihaus. BSAG-Busse biegen am Knoten Sögestraße/Am Wall links in Richtung AOK-Kreuzung (weiter Richtung Hauptbahnhof) ab.

20. September - 24. September
Erste Powerbaustelle von Do. 9:00 Uhr bis Mo. 4:00 Uhr, in der die Fahrbeziehungen Herdentor/Am Wall bzw. Sögestraße/Am Wall jeweils in Richtung Polizeihaus komplett gesperrt sein werden. PKW-Abfluss aus dem Parkhaus Katharina rechts über Violenstraße, Wilhadistraße, Sandstraße und Bischofsnadel.

25. September - 17. November
Der Herdentorsteinweg stadtauswärts in Richtung Hauptbahnhof ist wieder frei. Das Hauptbaufeld wird auf die Seite zur Wallmühle verlegt. Fußgänger und Radfahrer werden teilweise auf der Fahrbahn geführt.

06. Oktober - 08. Oktober                     
Zweite Powerbaustelle von Sa. 20:00 Uhr bis Mo. 4:00 Uhr: Die Fahrbeziehungen in Richtung Sögestraße sowie aus und in Richtung Am Wall/AOK-Kreuzung sind komplett unterbunden.

13. Oktober - 15. Oktober             
Dritte Powerbaustelle von Sa. 20:00 Uhr bis Mo. 4:00 Uhr: Die Fahrbeziehungen in Richtung Sögestraße sowie aus und in Richtung Am Wall/AOK-Kreuzung sind komplett unterbunden.

Über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen halten wir Sie auf den Laufenden.